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Abt. Ihringen Geschichte

Allgemein

Bis zurück ins Mittelalter wird in Chroniken berichtet, dass aufgrund der Schadfeuer in den Dörfern und in Städten alle männlichen Bürger bei Feueralarm durch Glockengeläut zum Dorfbrunnen mit einem Ledereimer kommen mussten. So wurde vom Brunnen aus das Löschwasser in den mitgebrachten Eimern in einer Kette zur Brandstelle gereicht. Andere mussten mit Fuhrwerken Löschwasser in Güllefässern zur Brandstelle fahren. Dies hatte allerdings keine große Löschwirkung. Als Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Pumpen mit Handbetrieb und später sogar mit Dampf betrieben wurden, sah man die Notwendigkeit zur Gründung von Feuerlöschgruppen oder Feuerwehren, damit die Pumpe von Fachpersonal bedient werden konnte, und der Löschvorgang geordnet und ohne großes Durcheinander erfolgen konnte. Aufgrund des langen Zeitraumes seit der Gründung, können hier nur die wichtigsten Ereignisse erwähnt werden. Die Kommandanten und die großen Einsätze in der Feuerwehrgeschichte sind auf Extraseiten aufgeführt.


Gründung
Gründung

Am 11. Januar 1885 wurde in der Gründungsversammlung im "Goldenen Engel", die Freiwillige Feuerwehr Ihringen gegründet. Es fanden sich gleich 13 Männer die bereit waren, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Noch im gleichen Jahr trat man dem Landesfeuerwehrverband bei und stockte die Mannschaft auf 90 Mitglieder auf. Im Protokollbuch ist erwähnt, dass von der Gründung bis 1909 15 Brandeinsätze waren.


Feuerwehrmusik
Musikzug

Noch im Gründungsjahr wurde beschlossen, den Musikverein als Feuerwehrmusikcorps zu verpflichten. Die Musiker spielten zu größeren Übungen, Jahreshauptversammlungen und Weihnachtsfeiern, sowie bei Festen anderer Vereine. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde der Musikverein wieder eigenständig und trat 1927 dennoch wieder bei. Gefeiert wurde dies mit dem verschobenen 40 jährigen Jubiläum. Dirigent war Gustav Großklaus, Gründer der Winzergenossenschaft Ihringen.


Zwischen den Weltkriegen

Während des 1. Weltkrieges hatten die daheimgebliebenen Feuerwehrmitglieder vielfältige Aufgaben in der Gemeinde zu erledigen. Zwischen den Weltkriegen wurde, außer dass die Wehr 13 Brandeinsätze hatte, nicht viel im Protokoll erwähnt. 1935 konnte aus wirtschaftlichen Gründen das 50 jährige Jubiläum nicht öffentlich gefeiert werden. Im 3. Reich wurde unsere Feuerwehr, wie auch alle Anderen, zur Feuerschutzpolizei umbenannt und politisiert. Im 2. Weltkrieg mussten die zu Hause gebliebenen Wehrmänner sehr viel Hilfs- und Sicherheitswachdienste durchführen, und bei der Evakuierung der Bevölkerung mitwirken. Bei dem Beschuss des Dorfes galt es viele Brände zu bekämpfen. Am 31. März 1944 bekam die Feuerwehr ihr 1. Löschgruppenfahrzeug und eine neue Kraftspritze. Das Fahrzeug wurde gegen Ende des Krieges nach Freiburg beordert. Durch die Folgen des Krieges wurde die Feuerwehr so minimiert, dass zum Ende des Krieges keine ausreichende Mannschaft vorhanden war.


1945 bis 1965 
Löschgruppe 1954

Nach Kriegsende wurde in Ihringen von dem neuen Bürgermeister Adolf Lay die Feuerwehr mit 18 Mann neu aufgestellt. Auch wurde das Löschfahrzeug am 16. März 1946 wieder nach Ihringen geholt. Schon damals hatte die Feuerwehr vielfältige Aufgaben zu erledigen. So musste z.B. bei der Auszahlung der neuen Währung an die Bürger, die Gemeinde unterstützt werden. 1954 wurde eine Jugendgruppe gebildet, um den Nachwuchs sicherzustellen. Bei dem Kreisfeuerwehrtag vom 21. Bis 23. August 1954 in Ihringen wurden Wettkampfübungen vorgeführt. Der Festumzug durch das Dorf endete im Festgelände bei der Winzergenossenschaft. Vom damaligen Landesfeuerwehramt und Landratsamt wurde am 1. Januar 1955 die Feuerwehr Ihringen als Unterabschnittswehr zur überörtlichen Hilfeleistung wegen Ihrer guten Ausrüstung und Ausbildung benannt.

 

Dem Unterabschnitt Ihringen wurden die Gemeinden Wasenweiler, Gottenheim, Umkirch, Lehen, Opfingen, Waltershofen, Tiengen, Munzingen, Oberrimsingen, Niederrimsingen, Merdingen und Gündlingen zugeordnet.

 

Opel Blitz

Am 7. Juli 1956 konnte das neue Löschgruppenfahrzeug Opel Blitz in Giengen an der Brenz bei der Firma Ziegler abgeholt werden. Das Fahrzeug hatte seine Feuerprobe beim Brand des Anwesens Leopold Jakob in der Bachenstrasse. Bei Minus 10 Grad Celsius musste am 9. Februar 1960 der Brand im Anwesen des damaligen Kommandanten Albert Müller mit Hilfe der Feuerwehr Freiburg bekämpft werden. Vom 5. Bis . August 1961 wurde das 75 jährige Bestehen im Festzelt in der Hinterhöf gefeiert. Dabei fand eine Kommandantentagung des Landkreises, eine Wettkampflehrvorführung, ein Festumzug und als Höhepunkt wurde die neue Fahne geweiht. Patenwehr war die Feuerwehr Eichstetten, die Feuerwehr Ihringen war bei deren Gründung Pate. An der 1000 Jahrfeier 1962 der Gemeinde beteiligte sich die Feuerwehr mit der alten Handspritze die von Jungfeuerwehrmännern (Buben) begleitet und bedient wurde. Die aktiven Feuerwehrmänner verkauften Festabzeichen.


1966 bis 1984
Abholung LF 16-TS 1971

Die Gemeinde bemühte sich stetig, die Ausrüstung der Wehr im Rahmen der Möglichkeiten zu modernisieren und zu ergänzen. So wurden 1966 die Anhängeleiter mit 18 Meter Steighöhe und die ersten 4 schweren Atemschutzgeräte angeschafft. Im Oktober 1971 konnte das Löschruppenfahrzeug LF 16-TS in Bad Friedrichshall bei der Firma Bachert abgeholt werden, welches das „Kriegsmodell“ Mercedes Löschfahrzeug ablöste. Das neue Fahrzeug wurde mit einer Fahrzeugweihe im April 1972 eingeweiht. Aufgrund der immer vielfältigeren Aufgaben, die auf die Feuerwehr zukamen, wurde im August 1976 das 1. Tanklöschfahrzeug mit Staffelbesatzung TLF 16/25 beschafft. Somit konnte die Wehr, wenn auch begrenzt, Brände außerhalb des Hydrantennetzes bekämpfen. Das Fahrzeug konnte bei der folgenden Herbstabschlußübung der Bevölkerung vorgestellt werden. Vom Landkreis wurde das Fahrzeug am 1. Juni 1982 mit einem modernen, leistungsfähigen Rettungsgerät zur Unfallrettung ausgestattet.

 

Goldmannschaft 1975

Um den Nachwuchs sicher zu stellen, wurde 1974 eine Jugendfeuerwehr gegründet, was sich bis heute als wegweisend herausgestellt hat. Der Ausbildungsstand konnte durch die vielen Wettkampfgruppen gesteigert werden. Wurde nach dem Krieg noch um das Badische Leistungsabzeichen von Bronze bis Gold mit dem legendären Gruppenführer Hans Sommer gekämpft, errang 1975 die erste Gruppe unter Gruppenführer Heinz Gutknecht das 1. Leistungsabzeichen in Gold. Dies animierte die folgenden Generationen von Feuerwehrmännern, so dass weitere Gruppen unter den Gruppenführern Martin Ortolf und Rudi Stiefel den höchsten Leistungsbeweis meisterte.

 

Ab 1979 wurden die Wehrmänner nicht mehr mit der Sirene, sondern durch Meldeempfänger alarmiert. Durch die vorherige Einführung eines bundeseinheitlichen Notrufes 112, der zentral abgefragt wird, war dies notwendig, um die Feuerwehren sicherer und schneller zu alarmieren. Durch die „stille Alarmierung“ wurde auch die, Zahl der Schaulustigen vermindert. Bei manchen Einsätzen waren vorher mehr Schaulustige an der Einsatzstelle als Feuerwehrleute. Diese verstopften oft sogar noch die Zufahrtsstraßen.


1985 bis 1989
Großübung 1985

Der Höhepunkt für die Abteilung Ihringen im Jahr 1985, war die 100 Jahrfeier. Am 20. September 1985 wurde vor dem Festbankett in der Festhalle der toten Kameraden auf dem Friedhof gedacht. Beim Festbankett wirkten die musikalischen Vereine mit. Der Höhepunkt des Abends war der große Zapfenstreich, den die Musikkapellen Ihringen und Wasenweiler zusammen mit den Feuerwehrmännern durchführte. Am Samstag wurden vor der Festhalle die Leistungsübungen des Landkreises durchgeführt, bei der auch Wehren von weither sich beteiligten. Abends war dann in der Festhalle ein Festabend mit Darbietungen aller örtlichen Vereine. Der Sonntagmorgen begann mit einem Festgottesdienst in der Kirche und dem folgenden Frühschoppenkonzert, bei der sich neben dem Musikverein auch der befreundete Feuerwehrspielmannszug aus Markdorf beteiligte.

 

Gerätehaus 1986

Nachmittags fand eine Großübung an der WG Ihringen statt, welcher eine unüberschaubare Zuschauermenge beiwohnte. Es beteiligten sich alle umliegenden Feuerwehren, die Berufsfeuerwehr Freiburg, das DRK Ihringen, Notarztteam Breisach und der SAR Rettungshubschrauber. Das Fest klang mit einem Unterhaltungs- und Tanzabend aus. Am 03.10.1985 konnte das Richtfest für das in Bau befindliche Gerätehaus gefeiert werden. Ein Jahr später war es dann soweit. Am 25. und 26. Oktober 1986 konnte das seit langem ersehnte neue Gerätehaus nach Fertigstellung eingeweiht werden.

 

Nach vielen Arbeitsleistungen der Feuerwehr: Abräumen des Geländes, Einebnen und Einkiesen des Bauplatzes, Teile der Maurerarbeiten, Durchführung der gesamten Zimmer-, Schreiner-, Installations-, Blechner-, Elektro- und Malerarbeiten, Hofpflästern, sowie Installation der Funkeinrichtung, konnte das neue Domizil bezogen werden. Mit seinen 4 Fahrzeugboxen bot es ausreichend Platz für die Ausrüstung. Das Haus wurde von Pfarrer Melder feierlich geweiht und von Bürgermeister Köbele an Kommandant Adolf Lay übergeben. Zum anschließenden Tag der offenen Tür kamen viele Einwohner und Gäste. 1988 beschaffte die Gemeinde einen Atemluftkompressor, damit die immer mehr in Einsätzen und Übungen benötigten Atemluftflaschen wieder zeitnah und vor Ort gefüllt werden konnten.


1990 bis Heute
Abholung GW-AS 1990

Am 21. September 1990 wurde der zum Chemieschutzzug des Landkreises gehörende Gerätewagen Atemschutz- Strahlenschutz, der Feuerwehr Ihringen durch Landrat Gläser und Kreisbrandmeister Lai übergeben. Dieser beinhaltet neben vielen Messgeräten und Strahlenschutzkomponenten auch 30 Atemschutzgeräte mit 60 Ersatzflaschen und bildet somit die Kreisreserve Atemschutz. Bei Einsätzen, wo viele Atemschutzgeräte benötigt werden, wird das Fahrzeug landkreisweit eingesetzt. Gleichzeitig wurde der Strahlenschutzzug des Landkreises in Ihringen beheimatet, der zusammen mit dem ABC- Zug Katastrophenschutzaufgaben nicht nur Landkreisweit sondern auch Bundesweit Einsätze zu erbringen hat z. B. beim Elbhochwasser.

 

Der ABC- Zug wurde im Jahr 2000 mit einem Dekontaminations-LKW (in Ihringen als Gerätewagen Transport genutzt) und 2001 mit einem Erkundungstruppfahrzeug (in Ihringen als Einsatzleitfahrzeug genutzt) ausgestattet. Am 30.9.1990 wurde die Gemeindepartnerschaft mit Munster im Elsass gefeiert. Seither bestehen enge freundschaftliche Beziehungen mit den Kameraden der Pompiers Sapeur Munster. Allzu früh verstarb der damalige Präsident vom Feuerwehrfreundschaftsverein André Portet, der maßgeblich an den guten Beziehungen beteiligt war.

 

Kommandaten.Dienstbesprechung 1998

Aufgrund seiner Initiative wurden von 1997 bis 2001 jährlich deutsch/ französische Kommandanten-Dienstbesprechungen durchgeführt. Bei der Tagung 1998 in Ihringen, war neben dem Präsidenten des deutschen Feuerwehrverbandes Schäuble auch der Präsident des Weltfeuerwehrverbandes Colonel Maurer anwesend. Die Gesamtfeuerwehr Ihringen und Wasenweiler richteten mit großem Personalaufwand zwei Mal das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr Breisgau/Hochschwarzwald aus. Vom 3. Bis 5. Juli 1992 in Wasenweiler beim Dreschschopf und vom 30. Juli bis 1. August 1999 bei der Ihringer Reithalle. Nach 26 jährigem Einsatz wurde 1997 das LF 16TS durch ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 Aufbau Ziegler mit aktueller Beladung durch die Gemeinde ersetzt, bei der folgenden Abschlussübung geweiht und durch Bürgermeister Obert an Kommandant Hubert Lay übergeben. Desgleichen am 27.Juli 2006 das 30 jährige TLF 16, das bis heute unter dem Namen Erwin bekannt ist, durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20/16 Aufbau Iveco ersetzt. Das Fahrzeug wurde am 24.9.2006 bei der Abschlußübung durch Pfarrer Boos geweiht und wiederum durch Bürgermeister Obert an Kommandant Hubert Lay übergeben.

Jubiläum 2010

Bei diesem Festanlass konnten wir auch eine Abordnung der Partnergemeindefeuerwehr Ruhpolding erstmals begrüßen. Beide Fahrzeuge beinhalten außer der feuerlöschtaktischen Beladung auch Gerätschaften zur Unfallrettung und technischen Hilfeleistung. Anfang 2010 konnte der Abteilung Ihringen von der Gemeinde einen Mannschaftstransportwagen mit 8 Sitzplätzen übergeben werden. Das Jahr 2010 stand ganz unter dem Mott "Feuer und Flamme".

 

In diesem besonderen Jahr, durfte die Abteilung, ihr 125 jähriges Bestehen feiern. Zu Begin des Jahres wurde in der Kaiserstuhlhalle die jährlich stattfindende Kommandanten-Dienstbesprechung durchgeführt. Vom 23. bis 25. Juli feierte die Feuerwehr zusammen mit zahllosen Gästen, ein großes Festwochenende rund um die Festhalle. Höhepunkt war ein großer Festumzug am Samstagabend durch Ihringen. Wie Sie nun lesen konnten, gab es in den vergangenen Jahren eine recht wechselvolle Vergangenheit der Freiwilligen Feuerwehr Ihringen. Von den Gründern gibt es noch Familien, wo die Nachkommen lückenlos bis heute in der Feuerwehr Mitglied sind.

 

Hubert Lay, 2010